Cloud Computing Testumgebung für 1300 EUR

Wer kennt das nicht, früher am Anfang der Virtualisierungsspielerei war noch ein einziges Gerät ausreichend. Auf diesem hat man seinen Hypervisor zum Laufen gebracht und war glücklich nun einige VMs betreiben zu können. Demnächst folgt noch ein Blogbeitrag zum Thema Testumgebung auf dem Notebook, denn im Projektgeschäft kann ich darauf nicht ganz verzichten.

Nachdem ich in der Vergangenheit in der Firma stets Jäger alter Hardware war, befand ich mich irgendwann in einer Ressourceneinbahnstraße. Ich überlegte mir, wie viel Geld man wohl in die Hand nehmen müsste, um eine Testumgebung aufzubauen, mit der nahezu alle Funktionen einer modernen Privat Cloud Umgebung mit Microsoft Cloud OS aufzubauen. Der Fokus lag dabei ganz klar auf maximalen Ressourcen, aber die Infrastruktur sollte überall (auch zu Hause) betrieben werden können. Damit fallen i.d.R. gebrauchte Server heraus. Zwar gibt es diese schon für moderates Geld, aber Stromverbrauch und Lautstärke sind wohl weniger was fürs Arbeitszimmer. Also was brauchen wir für eine private Cloud? Zum einen zwei möglichst identische Hostserver die später im Cluster laufen werden, zum anderen ein zentrales Storage, einen Switch und einen Router, paar Netzwerkkabel. That’s it. Meine Testumgebung ist bereits 1,5 Jahre alt, deswegen könnten einzelne Komponenten mittlerweile nicht mehr verfügbar sein. Nachfolger zu finden sollte aber kein Problem sein. Die Preise sind Nettopreise.

Hostserver

Was gehört in den Hostserver? Eine kleine SSD und viel RAM und viele Netzwerkkarten. Ich habe bei der Auswahl auf einen Prozessor mit APU geachtet, um auch RemoteFX zu testen. Das Mainboard sollte über onboard Grafik verfügen und 5x Netzwerkkarten (bevorzugt PCIe) aufnehmen können.

Mainboard – 60 EUR

AMD APU – 70 EUR

4x DIMM 8 GB DDR3 – 200 EUR

60 GB SATA3 SSD – 40 EUR

5x NIC 1 GBit PCIe – 40 EUR

Gehäuse mit Netzteil – 40 EUR

Zentrales Storage System

Im ersten Aufbau wurde eine kleine 4 Bay QNAP beschafft. Allerdings waren die Lese- und Schreibwerte im Testaufbau sogar noch deutlich schlechter als auf dem Datenblatt vermerkt. Als ich mich mit dem Thema SMI-S Integration in VMM beschäftige, musste ich mich endgültig von der QNAP verabschieden. An dieser Stelle sei vermerkt, nur neue QNAP Modelle unterstützen SMI-S Integration siehe http://eu1.qnap.com/Storage/Manual/QNAP_SMIS_Provider_ENG.pdf

Die Alternative war schnell gefunden: einen Windows Storage Server. Dazu kam noch eine SSD um den Write Back Cache und Tiered-Storage zu nutzen. Das Ergebnis WOW. Demnächst folgt noch ein Blog der sich um das Thema Performance von Windows Storage Server dreht. Bei dem Storage gehe ich einfach mal davon aus, jeder hat irgendwo noch einen PC herumstehen der folgende Spezifikationen mindestens erfüllt:

Dual Core 64 Bit CPU

4 GB RAM

1 GBit onboard LAN

2 freie PCIe Slots

insgesamt 6 SATA Ports (alternativ einen zusätzlichen SATA Controller für 15 EUR)

Das Gehäuse sollte über gute Belüftung verfügen. Alternativ sollte aufgrund der Festplatten ein zusätzlicher Gehäuselüfter installiert werden. Den PC erweitern wir um:

60 GB SATA3 SSD – 40 EUR

2x NIC 1 GBit PCIe- 16 EUR

4x 2 TB SATA3 HDD – 240 EUR

Netzwerk

Normalerweise steht an Netzwerktechnik auch immer etwas „herum“. Zumindest ein Router mit anständigem Router OS sollte vorhanden sein. Bei einer Neuanschaffung würde ich eine Leistungsstarke CPU und 2x GBit/s Anschlüsse wählen, da ein Teil des Netzwerkverkehrs später über den Router transportiert wird. Der Switch sollte über 16-24 GBit/s Ports verfügen, verwaltbar sein und VLAN, QoS oder LACP sollten für das Gerät keine Fremdwörter sein.

16 GBit Switch – 100 EUR

In der Summe erhaltet Ihr für rund 1300 EUR oder etwas mehr, wenn gar keine Technik vorhanden ist, eine Testumgebung mit der viele Szenarien des Cloud Computings evaluiert werden können. Nahezu alle technischen Artikel in diesem Blog sind mit dieser Testumgebung nachgestellt worden. Viel Spaß beim Nachauen.

Testnetzwerk Netzwerkplan

Testnetzwerk Aufbau