Microsoft unterstreicht: Azure Stack nur als integriertes System

Historie: Am 26.01.2016 kündigte Microsoft die erste Technical Preview zu Microsoft Azure Stack an. Der Hype war schnell recht groß, schließlich verspricht Microsoft nichts Geringeres als „full power of a true hybrid cloud platform“. Letztlich hat man schon an den Anforderungen der TP1 (96 GB RAM, 12 CPUs und 4 Datendisks) gemerkt, dass dahinter kein kleines System steht. Die TP1 lässt sich, mal abgesehen von den Ressourcenanforderungen auf nahezu jeder Hardware betreiben. Zur WPC wurde dann zwischen den Zeilen erwähnt … Azure Stack nur als integriertes System. Damit verbunden, wurde auch der Release Termin auf Mitte 2017 verschoben. Mit einem integrierten System in Bezug auf Azure Stack meint Microsoft die Bindung an bestimmte Produkte der Hersteller Dell, HPE und Lenovo.

Die Ankündigung AzureStack nur als integriertes System anzubieten ist nicht unbedingt auf große Zustimmung gestoßen. Microsoft geht nun in einem erneuten Blogpost samt Video etwas genauer darauf ein.

Wenn wir uns die Infrastruktur in Azure anschauen, handelt es sich dabei um eine hoch-skalierbare und vor allem hoch-komplexe Cloud Plattform, ein Public Cloud Azure Clustersystem besteht aus 880 Servern. Diese Größe gilt es in das lokale Datacenter herunter zu skalieren, dabei jedoch die Vorteile der Effizienz, Stabilität und Performance beizubehalten. Microsoft verwaltet diese Plattform mit tausenden von Mitarbeitern und stellt dabei sicher, dass alle Komponenten, insbesondere Hardware und Software aufeinander abgestimmt sind. Nicht zu vergessen die enorm schnellen Patchzyklen, die sicher auch in ähnlicher Form im AzureStack umgesetzt werden. Sind dabei Hard- und Software nicht perfekt aufeinander abgestimmt, wird es zu unangenehmen Dienstausfällen kommen. Die Logik von Azure geht selbst vollautomatisiert gegen Hardwareausfälle vor. Das klappt natürlich nur dann, wenn die Logik die zugrunde liegende Hardware perfekt kennt und bspw. jeden Statuscode richtig interpretiert. Der klassische Hardwareansatz ändert sich mit Netzwerk- und Storage Virtualisierung zunehmend. Dazu kommt die neue Installationsmethode des Nanoservers, die sicherlich auch im AzureStack eine Rolle spielen wird. Die Standardserverhardware bietet heute weit mehr als man wirklich zum virtualisieren benötigt. Neu ist das Konzept für Microsoft keineswegs. Schon im aktuellen Release des Cloud Platform System (CPS) wird ein vollständig integriertes System bereitgestellt.

Dass das Konzept gut funktioniert, sieht man stark vereinfacht an der Azure StorSimple. Das Storagesystem wird von Microsoft quasi voll verwaltet. Selbst die Versionen der Firmware der Festplatten werden von Microsoft überwacht und die Releaseversion vorgegeben, samt dem Rollout und der Installationsroutine. Das Resultat ist ein stabiles System. Zurückhaltend äußert sich Microsoft dagegen, wie genau die Auslieferung des AzureStack Systems erfolgen soll. Kommt es komplett vorinstalliert, erfolgt die Installation durch die Hardware Partner, durch Microsoft Partner oder durch den Endkunden selbst? Zusammenfassend kann ich eingeschlagenen Weg von Microsoft verstehen, hoffe aber auch, dass das „neue“ CPS auf AzureStack Basis am Markt besser angenommen wird, als das aktuelle.

Interessant wird es, ob und wie Drittanbieter auf den AzureStack Zug aufspringen. Letztlich stellt AzureStack gerade für Provider einen interessanten Basisansatz dar. Möchte man dagegen Full Service Lifecycle Mangemant betreiben, so fehlen nach aktuellem Stand und Wissen aus der TP1 einige Prozesse wie Updatemanagement, Backup oder eine CMDB zur globalen Verwaltung aller Objekte der Cloud. Die TP2 wird gerade in einer privaten Preview getestet und soll Ende 2016 allen interessierten zur Verfügung stehen. So wie es aussieht wird die TP2 ebenfalls wieder auf nur einem Knoten installiert. Zu erwarten ist, dass dann eine eventuelle TP3 sich am zukünftigen Design orientiert. Microsoft nennt hier eine 4 Knoten Installation als kleinste AzureStack Einheit.