Cloud Computing Testumgebung 2.0

Nach langer Pause mal wieder ein Beitrag zu meinem neuen Testsystem. Im konkreten Fall ging es um eine möglichst flexible Testumgebung für virtualisierte Infrastrukturen. Der Fokus lag dabei nicht auf der Nachbildung eines Failover Clusters, sondern auf möglichst viel Performance. Nicht immer ergibt sich die Möglichkeit remote auf entfernte Infrastrukturen zuzugreifen und auch jedes Notebook hat irgendwo seine Leistungsgrenzen. Der eine oder andere möchte sich vielleicht auch unabhängig dem Arbeitgeber in den eigenen Wänden weiterentwickeln und testen. Derartig viel Leistung, auch wenn gleich nur die Laufzeit berechnet wird bspw. in Microsoft Azure zu hosten ist für eine Privatperson auch nicht erschwinglich. Ein gebrauchter Server fällt durch die schlechte Energiebilanz, aber vor allem wegen der Lautstärke ebenfalls raus. Ich habe im Vorfeld Referenzsysteme gesucht, bin aber nicht wirklich fündig geworden. Also habe ich selbst etwas recherchiert und zusammengestellt.

Folgende Anforderungen waren gestellt

  • 24 GHz Rechenleistung
  • 64 – 128 GB Ram
  • 1 TB mit 25.000 IOPS, 600 MB/s seq. Read / 400 MB seq. Write
  • 1 TB mit 200 IOPS, 120 MB/s seq. Read / Write
  • transportierbar
  • geräuscharm
  • energieeffizient
  • keine laufenden Kosten Hostingkosten
  • 2000 EUR Investitionskosten
  • Consumer Hardware ausreichend
  • Windows Server 2012R2 kompatibel

Hauptproblem war es, ein Mainboard für diese Speichermenge zu finden. Intel als CPU Hersteller sprengt leider den Preisrahmen. Einige Komponenten, besonders im Serverbereich, sind für preiswertes Geld auch gebraucht zu erwerben. Das Mainboard liefert durch den SATA2 Controller im Raid 0 mit den SSDs nur einen Durchsatz von ca. 400 MB/s. Durch die PCIe ASUS SATA3 Karte kann der Durchsatz auf immerhin 650 MB/s gesteigert werden.

Mit diesem System sollten die nächsten Tests und Blogartikel kein Problem sein. Im Dauerbetrieb seit 4 Wochen kam es zu keinem Absturz.

Komponente Neupreis in EUR Brutto Preis gebraucht in EUR Brutto
Supermicro H8SGL 250,00 100,00
Opteron 12-Core Prozessor 300,00 150,00
8 x 16 GB DDR3-1333regECC DIMM 1000,00 600,00
CPU Lüfter Sockel G34 50,00
4 x 256 GB SSD (Crucial, Sandisk, Samsung) 360,00
1 x 1 TB (WD, Seagate) 50,00
2x ASUS U3S6 SATA 3 PCIe 70,00
Gehäuse mit Netzteil 50,00
3x Netzwerkkarten 15,00
Summe 2145,00 1445,00

Der maximale Wattbedarf unter Volllast sollte bei ca. 300 Watt liegen. Sobald ich ein Messgerät zur Hand habe werde ich das prüfen und nachliefern.

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Update

Standby: 1,8 Watt

Idle: 120 Watt

Volllast: 210 Watt

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Das Mainboard unterstützt bis zu 256 GB Ram. Wer sich auch mit 64 GB zufriedengibt, kann die o.g. Konfiguration etwas abwandeln und dadurch auch gut sparen. Durch den SATA 3 Onboard Controller dieser Konfiguration werden auch deutlich mehr Festplatten IOPS möglich sein.

Komponente Neupreis in EUR Brutto
ASRock 990FX Extreme3 90,00
AMD FX-8350 150,00
4 x 16 GB DDR3-1333regECC DIMM 560,00
CPU Lüfter 50,00
4 x 256 GB SSD (Crucial, Sandisk, Samsung) 360,00
1 x 1 TB (WD, Seagate) 50,00
Grafikkarte 30,00
Gehäuse mit Netzteil 50,00
3x Netzwerkkarten 15,00
Summe 1355,00

37 35

 

 

 

 

 

 

Cloud Computing Testumgebung für 1300 EUR

Wer kennt das nicht, früher am Anfang der Virtualisierungsspielerei war noch ein einziges Gerät ausreichend. Auf diesem hat man seinen Hypervisor zum Laufen gebracht und war glücklich nun einige VMs betreiben zu können. Demnächst folgt noch ein Blogbeitrag zum Thema Testumgebung auf dem Notebook, denn im Projektgeschäft kann ich darauf nicht ganz verzichten.

Nachdem ich in der Vergangenheit in der Firma stets Jäger alter Hardware war, befand ich mich irgendwann in einer Ressourceneinbahnstraße. Ich überlegte mir, wie viel Geld man wohl in die Hand nehmen müsste, um eine Testumgebung aufzubauen, mit der nahezu alle Funktionen einer modernen Privat Cloud Umgebung mit Microsoft Cloud OS aufzubauen. Der Fokus lag dabei ganz klar auf maximalen Ressourcen, aber die Infrastruktur sollte überall (auch zu Hause) betrieben werden können. Damit fallen i.d.R. gebrauchte Server heraus. Zwar gibt es diese schon für moderates Geld, aber Stromverbrauch und Lautstärke sind wohl weniger was fürs Arbeitszimmer. Also was brauchen wir für eine private Cloud? Zum einen zwei möglichst identische Hostserver die später im Cluster laufen werden, zum anderen ein zentrales Storage, einen Switch und einen Router, paar Netzwerkkabel. That’s it. Meine Testumgebung ist bereits 1,5 Jahre alt, deswegen könnten einzelne Komponenten mittlerweile nicht mehr verfügbar sein. Nachfolger zu finden sollte aber kein Problem sein. Die Preise sind Nettopreise.

Hostserver

Was gehört in den Hostserver? Eine kleine SSD und viel RAM und viele Netzwerkkarten. Ich habe bei der Auswahl auf einen Prozessor mit APU geachtet, um auch RemoteFX zu testen. Das Mainboard sollte über onboard Grafik verfügen und 5x Netzwerkkarten (bevorzugt PCIe) aufnehmen können.

Mainboard – 60 EUR

AMD APU – 70 EUR

4x DIMM 8 GB DDR3 – 200 EUR

60 GB SATA3 SSD – 40 EUR

5x NIC 1 GBit PCIe – 40 EUR

Gehäuse mit Netzteil – 40 EUR

Zentrales Storage System

Im ersten Aufbau wurde eine kleine 4 Bay QNAP beschafft. Allerdings waren die Lese- und Schreibwerte im Testaufbau sogar noch deutlich schlechter als auf dem Datenblatt vermerkt. Als ich mich mit dem Thema SMI-S Integration in VMM beschäftige, musste ich mich endgültig von der QNAP verabschieden. An dieser Stelle sei vermerkt, nur neue QNAP Modelle unterstützen SMI-S Integration siehe http://eu1.qnap.com/Storage/Manual/QNAP_SMIS_Provider_ENG.pdf

Die Alternative war schnell gefunden: einen Windows Storage Server. Dazu kam noch eine SSD um den Write Back Cache und Tiered-Storage zu nutzen. Das Ergebnis WOW. Demnächst folgt noch ein Blog der sich um das Thema Performance von Windows Storage Server dreht. Bei dem Storage gehe ich einfach mal davon aus, jeder hat irgendwo noch einen PC herumstehen der folgende Spezifikationen mindestens erfüllt:

Dual Core 64 Bit CPU

4 GB RAM

1 GBit onboard LAN

2 freie PCIe Slots

insgesamt 6 SATA Ports (alternativ einen zusätzlichen SATA Controller für 15 EUR)

Das Gehäuse sollte über gute Belüftung verfügen. Alternativ sollte aufgrund der Festplatten ein zusätzlicher Gehäuselüfter installiert werden. Den PC erweitern wir um:

60 GB SATA3 SSD – 40 EUR

2x NIC 1 GBit PCIe- 16 EUR

4x 2 TB SATA3 HDD – 240 EUR

Netzwerk

Normalerweise steht an Netzwerktechnik auch immer etwas „herum“. Zumindest ein Router mit anständigem Router OS sollte vorhanden sein. Bei einer Neuanschaffung würde ich eine Leistungsstarke CPU und 2x GBit/s Anschlüsse wählen, da ein Teil des Netzwerkverkehrs später über den Router transportiert wird. Der Switch sollte über 16-24 GBit/s Ports verfügen, verwaltbar sein und VLAN, QoS oder LACP sollten für das Gerät keine Fremdwörter sein.

16 GBit Switch – 100 EUR

In der Summe erhaltet Ihr für rund 1300 EUR oder etwas mehr, wenn gar keine Technik vorhanden ist, eine Testumgebung mit der viele Szenarien des Cloud Computings evaluiert werden können. Nahezu alle technischen Artikel in diesem Blog sind mit dieser Testumgebung nachgestellt worden. Viel Spaß beim Nachauen.

Testnetzwerk Netzwerkplan

Testnetzwerk Aufbau